Welche Katzentransportbox ist die Richtige? Eine Auswahlhilfe.

Welche Katzentransportbox ist die Richtige? Eine Auswahlhilfe.

Das Thema Katzentransportbox ist ohnehin schon sehr negativ besetzt, treibt allein der Gedanke an einen Transport der Katze manchen Katzeneltern den Puls in die Höhe oder den Schweiß auf die Stirn. Doch es gibt Situationen, wie z.B. einen anstehenden Tierarztbesuch oder ein Umzug in eine neue Wohnung, da bleibt dieses notwendige Übel nicht aus. Weidekorb, Kunststoffbox, Transporttasche – in diesem Blogartikel erfährst Du, welche Vor- und Nachteile die gängigen Transportmittel haben.

 

Warum finden Katzen Transportboxen so gruselig? 

Die meisten Katzen verlassen ihre gewohnte und sichere Umgebung nur ungern. Verständlich, denn gerade Wohnungskatzen kennen oft nichts anderes, als die gewohnten 4 Wände. Zudem hat die Katze gerne die Kontrolle über ihr Umfeld und ihre Umwelt und legt Wert auf regelmäßige Rundgänge in ihrem (Wohnungs-)Revier, um nach dem Rechten zu schauen, regelmäßig Schlaf- und Ruheplätze zu wechseln und vieles mehr.

Katzen, die die Transportbox nur im Zusammenhang mit Tierarztbesuchen oder ähnlich negativen Ereignissen kennen, haben gelernt, dass diese Boxen nichts Gutes bedeuten und sind entweder bereits bei dem menschlichen Gedanken an den Transport unauffindbar oder sie rennen panisch unters Sofa, sobald die Box im Sichtfeld erscheint. Oft schließt sich dann eine wilde Verfolgungsjagd durch die Wohnung an, bis die Katze endlich unsanft in die Box gestopft wird. Das Ganze nicht selten mit mehr oder weniger schlimmen Verletzungen für den betroffenen Menschen.

Hat die Katze hingegen von Anfang an gelernt, dass die Transportbox auch etwas sehr Schönes sein kann, z.B. ein besonders kuscheliger Schlafplatz, wird das Thema Transport schon einmal deutlich abgemildert und gestaltet sich im Bedarfsfall deutlich entspannter.

Aber in diesem Blogartikel soll es nicht um die Gewöhnung an die Transportbox gehen, sondern um die Vor- und Nachteile. Ich möchte Dir aber dennoch einen kleinen Denkanstoß geben: Betrachte die *Transport*box als *Wohn*box, die als ganz normales Möbelstück für die Katze permanent zur Verfügung steht. In der Wohnbox wird ein gemütliches Rückzugs- und Schlafplätzchen geschaffen, sie wird mit kuscheligen Decken oder Kissen ausgestattet und vielleicht findet sich dort drinnen auch mal ein besonderes Leckerchen oder eine lustige Spielmaus.

Je mehr diese Wohnbox mit Normalität und Alltag besetzt ist, desto weniger Angst hat die Katze. Und wenn Du die Wohnbox immer mal wieder an unterschiedlichen Orten in Deiner Wohnung aufstellst, ist Deine Katze auch nicht sofort in Alarmbereitschaft, wenn dann doch der Tierarztbesuch ansteht.

Der Markt an Transportutensilien für Katzen ist riesig. Von Taschen über Rucksäcke, Trolleys – es gibt fast alles. Die drei gängigsten Produkte möchte ich Dir hier näher beleuchten:

 

Der Weidekorb

 

Positive Eigenschaften:

Sieht optisch hübsch aus
Fügt sich oft gut in die Wohnungseinrichtung
Strahlt durch das natürliche Material Gemütlichkeit aus
Kann evtl. von der Katze auch zur Krallenpflege verwendet werden
Ist sehr robust

 

Negative Eigenschaften:

Das Gitter lässt sich nur unzureichend verschließen, die Gefahr eines Ausbruchs ist relativ groß
Der Korb lässt sich nur schlecht reinigen und es besteht immer die Möglichkeit, dass Kot, Urin, Erbrochenes oder anderes im Korb landet.
Das Material ist recht grob und kann die Polster in Deinem Auto oder im Taxi beschädigen
Der Korb hat keine geeignete Vorrichtung, um ihn sicher mit dem Autogurt zu befestigen. Hier muss die Sicherheit der „Ladung“ im Falle eines Unfalls oder einer starken Bremsung o.Ä. im Vordergrund stehen.
Da der Weidekorb recht groß und damit auch unhandlich ist, lässt er sich am dafür vorgesehenen Tragegriff nicht gut transportieren. Das kann eine ziemliche Schaukelpartie für Deine Katze werden. Und wenn Du den Korb beidhändig „umarmst“ und vor dem Bauch trägst, ist durch die Dimension des Korbes Dein Sichtfeld stark eingeschränkt und es besteht die Gefahr, dass Du mit Katzenkorb fällst oder stolperst.
Es gibt nur eine verhältnismäßig kleine Öffnung von vorne.
Deine Katze kann sich mit allen vier Pfoten und Krallen am Korb festkrallen, wenn es z.B. in der Tierarztpraxis an die Untersuchung gehen soll und Deine Katze dafür aus dem Korb raus muss. Davon machen besonders die unkooperativen Katzen gerne Gebrauch. Damit der Tierarzt sich selbst vor Biss- und Kratzverletzungen schützen kann, zieht er häufig auch noch die gruselig dicken Handschuhe an, greift dann von vorne in die kleine Öffnung und versucht Deine Katze aus dem Korb zu holen, während diese sich mit allen vier Pfoten dagegen zu wehren versucht. Du kannst Dir bestimmt vorstellen, wie schrecklich sich allein diese Erfahrung für Deine Katze anfühlen muss! Und sie wurde noch nicht einmal untersucht.

Einen weiteren Punkt möchte ich hier noch erwähnen: Das Sichtfeld Deiner Katze ist stark eingeschränkt, da sie durch das Korbgeflecht gar nichts sehen kann und durch die vordere Gittertür nur eingeschränkt. Vielen Katzen hilft es beim Transport in einer abgedunkelten Box zu sitzen und nichts von der Umwelt zu sehen, um nicht von den ganzen Sinnesreizen überflutet zu werden. Es gibt aber auch Katzen, denen genau das Gegenteil wichtig ist und die alle Reize aufnehmen müssen, um sie verarbeiten zu können. Das ist eine individuelle Sache, die man evtl. austesten muss, wenn man sich unsicher ist.

Mein Fazit zu den Weidekörben ist, dass sie sich zwar als schönes und gemütliches Möbelstück für die Katze anbieten, sich optisch gut in manch eine Einrichtung einfügen können. Aber für den Transport sind sie wenig bis gar nicht geeignet und zudem im Notfall auch noch unhygienisch, da man sie nicht gut reinigen kann.

 

Die Kunststoffboxen

Ich beziehe mich im Folgenden auf die abgebildete bzw. sehr ähnliche Modelle. Es gibt noch etliche andere Ausführungen, deren Vor- und Nachteile ich hier nicht näher beschreibe.

Positive Eigenschaften:

Lässt sich sehr gut reinigen
Bedingt stapelbar
Die meisten Kunststoffboxen sind stabil und robust verarbeitet
Bei vielen Modellen lässt sich mindestens der obere Teil des Korbes abnehmen, sodass nur die untere Schale bleibt, in der die Katze dann sitzen bleiben kann bzw. gibt es bei einigen Modellen oben eine Gitteröffnung, was sowohl das Reinsetzen der Katze erleichtert als auch das Herausnehmen.
Unterschiedliche Größen erhältlich.
Lässt sich innen gut mit kuscheligen Decken und Kissen ausstatten.
Es gibt meistens spezielle Ausbuchtungen, um Autogurte durchzuführen.
Durch das glatte Material werden Polster im Auto geschont.
Wenig bis keine Möglichkeiten sich an oder in der Box festzukrallen.
Recht preisgünstig und jedem Tierhandel in größerer Auswahl erhältlich.

 

Negative Eigenschaften:

Die Kunststoffboxen sind aus Hartplastik und damit ein akustischer Resonanzkörper. Jedes Mal wenn der Griff losgelassen wird, klappt dieser runter und fällt in die vorgesehene Ausbuchtung. Innerhalb des Korbes verstärken sich äußere Geräusche und für die Katze werden diese noch lauter und unangenehmer. Zudem hat die Katze ein äußerst feines Gehör, da können viele Geräusche sogar physische Schmerzen bereiten. Gleiches gilt für das Absetzen des Korbes auf glatten Böden und jegliche anderen Geräusche, die durch den Resonanzkörper verstärkt werden.
Auch hier ist der Tragekomfort eingeschränkt, da es nur einen Griff oben gibt. Das wird einarmig schnell anstrengend und wackelig. Beim beidhändigen Transport vorm Bauch ist das Sichtfeld eingeschränkt, sodass auch hier wieder Stolpergefahr besteht.

Was das Sichtfeld der Katze angeht, so gilt hier Ähnliches wie oben bei den Weidekörben bereits beschrieben.

Mein Fazit zu den Kunststoffboxen: Sie sind die klassischen Allrounder und bieten durch ihre o.g. positiven Eigenschaften viele Vorteile. Was die Geräuschkulisse und den Resonanzkörper angeht, so würde ich dazu raten, den Griff z.B. mit einem Tuch oder einer Mullbinde zu umwickeln und die Box innen mit ausreichend Decken und Kissen auszustatten, die einiges an Schall schlucken können, aber die Katze platzmäßig nicht zu sehr einschränken.

Ich höre und lese leider immer wieder, dass sich die Transportboxen beim Tragen versehentlich geöffnet haben, weil die Schließmechanismen ausgeleiert waren. Die Katze knallt mit dem unteren Teil auf den Boden und rennt panisch weg. Ein Worstcase-Szenario! Daher empfehle ich einen Spanngurt als zusätzliche Sicherung um den Korb zu legen, um solche Eventualitäten von vornhinein auszuschließen.

Durch die Öffnung von oben, ist es oft leichter und damit stressfreier, die Katze in die Box zu setzen bzw. wieder rauszuholen und oft kann dies dann auch ohne die gefürchteten Handschuhe erfolgen.

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Die Transporttaschen

Hier gibt es so viele unterschiedliche Ausführungen, dass es kaum möglich ist, die Vor- und Nachteile zu konkretisieren. Für mich steht bei der Auswahl einer geeigneten Transporttasche die Sicherheit im Vordergrund. Ebenso wichtig sind eine stabile und robuste Verarbeitung und der Tragekomfort.

Häufig wird berichtet, dass das Netzgewebe bei vielen Transporttaschen minderwertig verarbeitet ist und die Katzen durch Kratzen und Versuche sich aus der Tasche zu befreien, die Netze recht schnell eingerissen waren oder die Katzen es schafften, die Reißverschlüsse zu öffnen. Manche Taschen sind instabil, sodass sie bei geöffneter Frontseite entweder in sich zusammenfallen oder im geschlossenen Zustand und mit Katze drin, sich wie ein nasser Sack in die Senkrechte ziehen.

Oft fehlen auch Befestigungsvorrichtungen für Autogurte oder geeignete Trageschlaufen oder Tragegurte. Auch die mangelnde Möglichkeit, die Taschen zu reinigen ist oft ein Minuspunkt.

 

Ich habe nach längerer Recherche eine Transporttasche gefunden, von der ich in allen Belangen wirklich sehr angetan bin. Die Bezüge und Rollos sind aus robustem Nylon gefertigt und alle Reißverschlüsse haben extra Karabiner zur Arretierung, sodass sich keine Verschlüsse versehentlich öffnen können.

Innen geben pulverbeschichtete Stahlrahmen die nötige Stabilität und bei Bedarf kann die Tasche einfach flach zusammengefaltet werden und an einem Griff getragen werden.

Der Innenraum ist gummiert und wasserdicht und mit einem flauschigen Kissen ausgestattet. So lässt sich alles gut reinigen, falls doch mal ein Malheur passiert. Allein durch das verarbeitete hochwertige Material gibt es keinen unangenehmen Resonanzkörper – im Gegenteil, die Geräusche werden sogar etwas gedämpft. Auch die Öffnung von oben ist hier positiv zu erwähnen (siehe auch Transportbox).

Die Transporttasche hat ein sehr geringes Eigengewicht und diverse Schlaufen, um sie sicher im Auto befestigen zu können. Einzig der Tragekomfort könnte durch einen Schultergurt noch optimiert werden. Ansonsten habe ich keine negativen Eigenschaften gefunden.

Die rund 100,- EUR sind gut investiert. https://amzn.to/31rxlZR (*)

 

Alles in allem sind sowohl die Transportboxen aus Kunststoff als auch die Transporttaschen gut geeignet, wenn auch mit kleineren Abstrichen.

Ich persönlich bin inzwischen bei den Transporttaschen gelandet, denn sie bieten für mich den größten Komfort sowohl für mich als auch – und das ist noch viel wichtiger – für die Katze. Denn ein notwendiger Transport beginnt bereits mit dem Transportmittel und da möchte ich für meine Katzen den größtmöglichen Komfort haben.

 

Über die Autorin:
Ich bin Kerstin Höfkes, die Inhaberin von Katzenvertrauen. Als ausgebildete Katzenpsychologin unterstütze ich Dich, wenn Deine Katze problematische Verhaltensweisen zeigt. Ich finde die Ursache und verhelfe Dir und Deiner Katze durch geeignete Maßnahmen und Empfehlungen wieder zu einem glücklichen und harmonischen Miteinander.
Ich bin ebenso die richtige Ansprechpartnerin für Dich, wenn Du den Alltag Deiner Katze attraktiver und spannender gestalten möchtest, Du Beschäftigungs- und Spielideen haben möchtest oder Dich andere Fragen im Bezug auf Deine Katze beschäftigen. Ich bin zufrieden und glücklich, wenn es Dir und Deiner Katze so richtig gut geht und Ihr beide ein absolut glückliches Miteinander leben könnt.

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6 thoughts on “Welche Katzentransportbox ist die Richtige? Eine Auswahlhilfe.

  1. Birgit sagt:

    Hallo!

    Die empfohlene Transportbox aus Kunststoff (Link zu Amazon) ist völlig ungeeignet! Einen Tragegriff an einem oberen Gitter zu befestigen, ist mehr als Fahrlässig! Es entsteht beim Tragen ein derartiger Zug auf das Gitter, dass das Unheil schon voraussehbar ist.

    Die Alternative ist eine Box, deren Griffe „aus einem Guss“ mit dem übrigen Kennel sind, welcher sich trotzdem sehr komfortabel oben öffnen lässt. Ich nutze seit vielen Jahren diesen Kennel und bin damit mehr als zufrieden. Auch mein 7,5 Kilo schwerer Kater ist daran gut und sicher aufgehoben.

    Was die Geräusche betrifft: Es gibt keinen Griff, der umklappen würde, und im Auto liegt immer eine Decke auf dem Kennel, die sehr gut die meisten Geräusche schluckt.

  2. Neeltje sagt:

    Interessant, dass es auch Katzenkörbe gibt, die im Innenraum gummiert sind. Meine Katze nässt leider öfter mal ein, wenn man sie zum Tierarzt transportieren will. Da wäre das schon eine praktische Lösung.

  3. Martina mit Bubu sagt:

    Danke dir für den Tipp mit der Transporttasche, liebe Kerstin. Bubu liebt die Tasche von
    Maelson und schläft immer auf ihr drauf. Unser Bubu wiegt rund 7 kg, die Tasche ist sehr
    stabil.

  4. Kerstin Höfkes sagt:

    Hallo Birgit, vielen Dank für Dein Feedback und den Hinweis! Stimmt, dass der Griff am Gitter befestigt ist bei der Kunststoffbox ist in der Tat nicht optimal. Ich werde das korrigieren.

  5. Kerstin Höfkes sagt:

    Hallo Neeltje,
    ja, in solchen Fällen ist das hilfreich.

  6. Kerstin Höfkes sagt:

    Hallo Martina,
    super, ich freue mich, dass die Tasche bei Bubu gut ankommt!

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