Langeweile und mögliche Folgen. Ein Beispiel

Langeweile und mögliche Folgen. Ein Beispiel

Eine artgerechte Haltung von Katzen ist der Schlüssel zur Prävention von Verhaltensauffälligkeiten. Denn wird die Katze nicht ihren natürlichen Bedürfnissen entsprechend gehalten und ausreichend beschäftigt, so wird ihr schnell langweilig und sie ist frustriert. Und diese Langeweile und Frustration führt bei vielen Katzen irgendwann dazu, dass die Katze sich vermeintlich lustige Sachen ausdenkt und für unser Verständnis verhaltensauffällig wird.

 

Ist das das ganze Geheimnis? Ist es wirklich so einfach?

Ja und nein. Ich möchte Dir zunächst eine kleine Geschichte erzählen, die ich kürzlich in meinem Urlaub in Griechenland beobachten konnte.

Im gleichen Hotel wie ich war auch ein junges Elternpaar mit ihrem etwa 3-jährigen Sohn untergebracht. Die junge Familie wollte sich, wie alle anderen auch, ein paar entspannende und ruhige Tage in der Sonne gönnen und sich vom Alltag erholen. Meist trifft man ja die anderen Urlauber zu den Essenszeiten, so auch diese kleine Familie. Und dieser kleine Junge machte den übrigen Urlaubern ruckzuck die Essenszeiten zur Belastungsprobe für die Nerven. Doch warum?

Mutter und Vater waren die meiste Zeit mit ihren Smartphones beschäftigt und der Junge, nennen wir ihn Peter, saß dabei und langweilte sich. Seine kleine Portion Cornflakes hatte er schnell aufgegessen, während Mutter und Vater einen Kaffee nach dem anderen schlürften und in ihre Smartphones schauten. Nach dem eigentlichen Frühstück gingen sie dann mit ihren Smartphones und einer weiteren Tasse Kaffee auf die angrenzende Sonnenterrasse. Der kleine Junge brachte seine Langeweile immer wieder durch diverse Dinge zum Ausdruck. Er weinte und schrie, er rannte durch den Speisesaal und rempelte die Gäste an und vieles mehr. Und die übrigen Urlauber, die einfach nur in Ruhe essen wollten, waren zunehmend genervt.

Wenn Peter „Unsinn“ machte und schrie, zerrte ihn sein Vater am Arm und schimpfte laut mit ihm.
Der Junge blieb dann 2 Minuten still neben seinen Eltern am Tisch sitzen, um dann das gleiche Spiel wieder von Neuem zu beginnen.

Am 4. Tag hatte Peter immerhin Spielzeugautos mit im Speisesaal und erwartete von seinem Vater, dass der mit ihm Autorennen spielt. Papa jedoch hatte nur Augen für sein Handy. Schließlich spielten die Kellner mit dem Jungen Autorennen, damit Ruhe herrschte und die anderen Urlauber sich nicht belästigt fühlten.

Dieses Spielchen wiederholte sich Tag für Tag. Peter schrie, belästigte durch sein Verhalten die anderen Urlauber, fragte seine Eltern immer wieder durch Ziehen an der Kleidung, Ziehen an der Hand, Wegschlagen des Smartphones und vielen anderen Dingen nach der gewünschten Aufmerksamkeit und außer genervtem Augenrollen und Schimpfen und weiterhin ins Smartphone schauen, passierte – nichts. Sobald sich jedoch einer der Kellner erbarmte und mit dem Jungen Autorennen spielte, herrschte Ruhe.

 

Was hat das jetzt mit Katzen zu tun?

Dieser kleine Junge hatte große Langeweile und hat aus der daraus resultierenden Frustration immer wieder versucht, auf sich aufmerksam zu machen, wurde aber von seinen Eltern meistens ignoriert oder geschimpft.

Auch wenn man Katzen natürlich nicht vermenschlichen sollte, so kann man aus dieser Geschichte durchaus Parallelen ziehen.

Katzen haben sich während der gesamten Zeit der Evolution kaum bis gar nicht in ihrer Ursprünglichkeit verändert. Sie haben immer noch die natürlichen Verhaltensweisen und können sich mit den heutigen Haltungsbedingungen schwer tun. Wenn Katzen nun restriktiv gehalten werden und nicht ausreichend und artgerecht beschäftigt werden, sind sie gelangweilt und frustriert und beginnen, sich „Quatsch“ auszudenken. Das kann sich relativ harmlos z.B. im Testen der Schwerkraft zeigen, wenn die Katze Gegenstände vom Regal runterwirft, aber auch ganz andere Ausmaße annehmen, wie z.B. Unsauberkeit, Zerstören von Einrichtungsgegenständen oder nächtliches Miauen.

Natürlich können die beispielhaft genannten Verhaltensauffälligkeiten auch andere Gründe haben, aber liegt ein erheblicher Teil in der artgerechten Haltung und Beschäftigung begründet.

Es reicht eben nicht aus, der Katze eine Spielmaus hinzuwerfen und ihr einen kuscheligen Schlafplatz zur Verfügung zu stellen. Genau wie bei dem Jungen, der nicht alleine mit seinen Spielautos spielen wollte, sondern sich einen Spielpartner gewünscht hat. Manche Katzen (und auch Kinder) können sich eine Zeit lang gut allein beschäftigen, aber der Mensch ist und bleibt ein wichtiger Sozial- und damit auch Beschäftigungspartner.

Artgerechte Haltung ist also auch Prävention von Verhaltensauffälligkeiten. Man kann dies an vielen Orten beobachten und es betrifft letztlich alle Tiere bzw. alle Säugetiere – also auch Menschen. Denke nur an den stolzen Löwen im Zoo, der die immer gleichen Wege stereotyp abläuft oder den ganzen Tag nur schläft.

 

Du möchtest Dir sicher sein, dass es Deiner Katze an nichts fehlt und ob Du vielleicht etwas in Eurem Leben oder in Deiner Wohnung für sie optimieren kannst? Dann melde Dich bei mir und wir schauen gemeinsam, wie wir Deine Katze noch glücklicher machen können und Dich damit auch – ganz automatisch 🙂

Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.